Fahrwartbericht der Saison 2017/2018

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Generalversammlung Rest. Frohsinn vom 01.04.2017

Eine Stunde vor Beginn der Generalversammlung im Restaurant Frieden gab es wiederum die Möglichkeit, sich zu verköstigen. Danach wurde die neue Saison 2017/2018 traditionsgemäss mit der Generalversammlung eröffnet.

Eröffnungstour vom 01.05.2017

Diese musste infolge Schlechtwetter abgesagt werden.

Pfingsttour Murnau am Staffelsee vom 03.06.2017 bis 05.06.2017

Nachdem wir letztes Jahr die Pfingsttour abgesagt hatten, konnte ich nur die Schublade öffnen und die Tour hervornehmen. Der Wetterbricht war deutlich besser als letztes Mal, aber auch nicht top. So traf man sich wie gewohnt beim Schützenhaus, und auch bei den Teilnehmern sind es immer die gleichen: Ronit, Teri, Christoph, Eddie, Wolfgang, Mario und ich; ein gut eingespieltes Team. Bei trockenem Wetter und angenehmen Temperaturen sind wir über die Autobahn bis St. Margreten gefahren, wo wir die Grenze nach Österreich überquerten, weiter nach Lauterach – Wolfurt über eine kleine Strasse in den Bregenzerwald nach Buch – Fischbach – bis Alberschwende, wo wir uns eine kleine Stärkung gönnten. Gut gelaunt ging’s weiter nach Müsselbach – Hittisau über den Riedbergpass – Fischen im Allg. – Sonthofen – Bad Hindelang. Über das Oberjoch kamen wir wieder nach Österreich. Vor uns lag das Tannheimer Tal, eigentlich ein Eldorado für Motorradfahrer. Die Alpenbanditen schafften es, auf einem kurzen Abschnitt von 15 Kilometern gleich drei Radarfallen zu installieren. Zweimal waren es Kästen und einmal versteckten sie sich hinter einem Baum. Wir wurden zum Glück jedes Mal gewarnt, sogar ein Radfahrer hat uns darauf aufmerksam gemacht. Nach dem Gaichtpass ging’s Richtung Stanzach – Namlosen Tal – Berwang – Bichbach, wo wir zu Mittag gegessen haben. Gut verpflegt nahmen wir die zweite Hälfte unter die Räder, nach Reute – am Plansee vorbei weiter nach Lindenhof – Ettal – Oberamergau – Saulgrub nach Murnau, wo wir beizeiten im Hotel Post Murnau angekommen sind. Nach einer kurzen Dusche sind wir in die nahe Brauerei und haben uns einen Gerstensaft genehmigt, natürlich blieb es nicht nur bei diesem einen. So beschlossen wir auch gleich, da was zu essen. Im nahen Stadtpark gab es noch ein kleines Fest mit Live-Musik, dies wollten wir uns nicht entgehen lassen, bevor es wieder zurück in die Stadt ging.

Der Wetterbericht für Sonntag war nicht gerade berauschend, für Mittag sollte es aufhören zu regnen. So ging Ronit und Christoph in ein Hotel, um im Wellnessbereich zu relaxen und uns zog es aufs Schiff, um auf dem Staffelsee eine Rundfahrt zu unternehmen. Bei lupfiger Blasmusik konnten Wolfgang und Eddie nicht widerstehen und genehmigten sich eine Weisswurst und ein Bier. Die Wurst mundete so gut, dass Wolfgang noch eine bestellte. Von unserem Hotel hatten wir noch einen Tipp erhalten, dass es am oberen Ende des Sees ein gutes Speislokal gibt. So stiegen wir dann auch aus und gingen Mittagessen. Erstaunlicherweise hatte Wolfgang schon wieder Hunger; es war ja auch schon eine halbe Stunde seit der letzten Wurst vergangen. Das Essen war sehr gut und das Restaurant war bis auf den letzten Platz voll. Nun stand uns wieder eine halbe Stunde Schifffahrt bevor, bevor wir zurück nach Murnau kamen. Da der Wetterradar und der Wetterbricht auf Mittag besseres Wetter vorhersagte, wollten wir noch eine kurze Rundfahrt machen. Auch Christoph und Ronit stiessen wieder zu uns und so ging’s bald bei trockenem Wetter los. Kaum abgefahren, begann es schon zu regnen. Wir entschlossen uns, das geliebte Regenkombi anzuziehen. Der Regen wurde immer stärker, doch unser Drang zum Fahren war grösser als umzukehren. Es ging nach Dürnhausen – Bad Tölz – Lenggries – dann kam ein schönes verlassenes Tal nach Jachenau am Walch See vorbei – bis Obernach. Der Regen hatte inzwischen fast aufgehört und vor uns lag der Jochberg. Weiter gings nach Kochel am See und zurück nach Murnau. Nun hatten wir eine warme Dusche verdient, um anschliessend in eine feine Pizzeria zum Nachtessen zu gehen. Hier gab es sehr viele leckere Gerichte. Wir bestellten einige feine Sachen, die auch sehr gut waren. Es war ein sehr guter Tipp, den wir bekamen, ein typisches italienisches Familien-Restaurant. Zum Abschluss sind wir noch in ein gemütliches Lokal, um noch was zu trinken.

Nach einem ausgiebigen Frühstück nahmen wir bei nicht den besten Wetterverhältnissen die Rückreise unter die Räder. Mehr oder weniger nahmen wir den direktesten Weg über Garmisch – Ehrwald – Fernpass – Nassereith – nach Imst. Hier verpflegten wir uns im Maci und auch unseren Töffs gönnten wir eine neue Füllung. Natürlich kann man das Hahntennjoch nicht einfach links liegen lassen, um weiter das Lechtal hinauf nach Wart über den Hochtannbergpass bis Au – Damüls über das Furkajoch nach Rankweil – Altach zurück in die Schweiz und nach Hause zu gelangen. So ging wieder eine schöne, aber verregnete Pfingsttour zu Ende.

Abendtour Richtung Hegau vom 08.07.2017

Mit gemischten Gefühlen bestieg ich am späten Samstag-Nachmittag vom 8. Juli 2017 meine Kawa und gab Gummi Richtung Schaffhausen mit Treffpunkt Schützenhaus Breite. Einerseits musste ich mich aus einer gemütlichen Runde vom Badmintonclub verabschieden, in der wir zuerst bei heissen Temperaturen eine interessante Führung durch das Sägewerk in Basadingen eines Klubmitgliedes erleben durften und uns später bei Speis und Trank inklusive grossem Plansch-Becken verpflegen und abkühlen konnten. Andererseits stand die Abendtour vom MCH auf dem Programm, die ich anführen durfte. Doch die Wetterprognosen waren alles andere als berauschend und der Blick zum Himmel verhiess wirklich nichts Gutes. Denn bedrohlich dunkle Wolken waren in kurzer Zeit aufgezogen und stürmische Böen kündigten eine Gewitterfront an. Mit grosser Wahrscheinlichkeit würde dies eine nasse Angelegenheit werden. Mal schauen, wer bei dieser unsicheren Wetterlage alles auftauchen würde.

Mit leichter Verspätung und auch noch halbleeren Tank traf ich beim vereinbarten Treffpunkt auf der Breite ein. Zu meiner Überraschung standen mehr Teilnehmer bereit als erwartet. Entschuldigend durfte ich Christoph und Ronit, Eddie und Terezia sowie André und Wolfgang begrüssen, er sogar in leichter Töff-Montur sprich Töff-Jeans. Und ohne Regenkombi; dieser Optimist! Denn die bedrohlich dunklen Gewitterwolken hatten die Überhand gewonnen, nur in Richtung Nordosten in weiter Ferne konnten noch letzte Aufhellungen am Horizont erheischt werden. Während ich noch schnell Brennstoff für meine ZRX fassen gehen musste, kontaktierten einige die Wetter-Apps von ihren Smartphones, um die Lage abzuwägen. Doch ich blieb bei meiner geplanten Tour in den Hegau mit Abstecher ins Donautal, obwohl die Informationen der Wetter-Apps nicht sehr vielversprechend aussahen. Eine glückliche Entscheidung, wie sich später zeigen sollte. Denn die anderen Himmelsrichtungen gaben auch nichts Besseres her. Bis zur Abfahrt war uns ein Super Puma-Helikopter der Schweizer Armee mit Aussenlast aufgefallen, der in kurzer Zeit hin und her rauschte, doch wir konnten uns noch keinen Reim daraus machen.

Mit etwas Verspätung fuhren wir bei noch trockenen Strassen in Richtung Reiat los. Doch schon ab Büttenhardt/Opfertshofen waren erste Stellen nass. Bei Büsslingen ging es am Römischen Gutshof vorbei nach Schlatt und Binningen. Unterwegs konnten wir einen grossen Regenbogen erblicken. Vorbei am Baggersee, danach links hinauf nach Watterdingen rüber. Dann weiter nach Engen, dort durch den Kreisverkehr auf die B491 in Richtung Emmingen. Kurz darauf öffnete sich ein weites Tal. Die Strassen waren in der Zwischenzeit mehrheitlich nass geworden, doch von Oben blieb es noch trocken.

Auf halber Strecke im Tal zweigten wir links nach Biesendorf ab und kamen darauf in Emmingen an. Dort ging es geradeaus nach Liptingen. Im Zentrum wurde rechts abgezweigt nach Glashütte und Rorgenwies. Oh Schreck, der Himmel nach Westen hin war richtig schwarz, da musste bald etwas runterkommen. Bloss nicht weiter westlich! Kurz darauf wurde links abgebogen nach Guggenhausen und Heudorf bis zur Abzweigung beim Waldhof an der B14. Dort sah die Wetterlage wieder etwas freundlicher aus. Dann ging es in Richtung Neuhausen ob Eck. Beim Ortseingang musste genauer auf den Tacho geachtet werden, da dort eine unscheinbare Radaranlage installiert ist. Danach am Freilichtmuseum vorbei. Am Bergsteig oberhalb von Fridingen legten wir die gewünschte Pause ein. Leider war das früher beliebte Land-Gasthaus nur noch für Hotelgäste zugänglich, so dass wir auf die gegenüber liegende Pizzeria La Montagna ausweichen mussten. Kaum hatten wir die Bestellung aufgegeben, setzte der längst vorhergesagte Regenschauer ein. Doch erst einmal konnten wir die bestellten Eisbecher oder Pizzen geniessen. Qualitativ gibt es sicherlich bessere Pizzerien. Eine allfällige Anpassung der Route konnte ich mir glücklicherweise ersparen, da der Regenschauer bis zu unserem Aufbruch wieder aufgehört hatte und wir um die ungeliebte Benutzung der Regenkombis herumkamen. Wolfgang war sicherlich doppelt froh, dass es nicht mehr regnete!

Nun ging es runter zum Eingang vom Donautal. Doch schon in Beuron zweigten wir bei der Benediktiner Erzabtei rechts ab und fuhren auf der kurvigen, aber leider nassen Waldpassage nach Buchheim hinauf. Dort ging es weiter nach Worndorf, Ober-/Unter-Schwandorf und Holzach. Danach kurz auf die B14, um diese bei Schweingruben nach Raithaslach wieder zu verlassen. Über eine kleine Nebenstrasse fuhren wir via Homberg nach Eigeltingen. Dort rechts weg nach Eckartsbrunn und Honstetten. Zwischenzeitlich hatte es begonnen einzudunkeln und trotz nasser Strassen waren die Bedingungen angenehm. Nur verwendet kein getöntes Visier auf einer Abendtour; das kann ich nicht empfehlen. Die wunderschöne Nebenstrasse in das Wasserburger Tal konnte ich trotzdem geniessen, wo sich im wahrsten Sinne Fuchs, Hase und Reh gute Nacht sagten. Doch leider war die Idylle bei der Abzweigung nach Bittelbrunn schon wieder vorbei, da eine Vollsperrung uns die schöne und reizvolle Durchfahrt verwehrte. Schade! In diesem Fall mussten wir ungeplant via Hasler Tal zurück nach Eigeltingen. Von dort fuhren wir auf der B31 an der bekannten Aach-Quelle in Aach vorbei nach Engen. Nach dem 2. Kreisel fuhren wir nach Zimmerholz und Stetten, wobei wir gleich zwei kleine Dorffeste passierten. Vor Leipferdingen fuhren wir auf der Anhöhe an den kleinen Windrädern vorbei. Danach ging es nach Watterdingen, Tengen, Uttenhofen nach Wiechs mit unübersehbarer Ansicht auf die gigantisch wirkenden Windräder. Da konnte man den Grössenunterschied dieser beiden Anlagen nochmals vor Auge führen.

Bei Merishausen angelangt, löste sich das Rätsel um die Durchflüge der Super Pumas in der Breite auf. Dicke Rauchschwaden hingen über dem Dorf und bei der Umleitung zur Kirche hinauf konnten wir trotz der Dunkelheit auf dem gegenüber liegendem Hang an der Autostrasse noch den Schwelbrand durch den entstandenen Funkenflug wie auch die Glutnester beim zerstörten Gebäude erkennen. Ein Grossbrand hatte die Sägerei Tanner dem Erdboden gleichgemacht. Beeindruckt fuhren wir an der kilometerlangen Transportleitung vorbei nach Schaffhausen. Wie später in den Medien zu entnehmen war, waren mehrere Wehren mit mehr als 100 Feuerwehrleuten und drei Helikoptern bei diesem Grossbrand im Einsatz.

Im Restaurant Schützenhaus auf der Breite genehmigten wir uns noch einen Schlummertrunk und liessen die Abendtour nochmals passieren. Anscheinend hatte es allen gefallen und trotz den düsteren Wetterprognosen und den bedrohlichen Gewitterwolken konnten wir unser Wetterglück kaum fassen, quasi trockenen Fusses beziehungsweise ohne Benutzung der Regenkombis eine schöne Abendtour erlebt zu haben!

Tagestour Richtung Jura vom 06.08.2017

Es ist Sonntagmorgen, 6. August, frühmorgens. Ich stehe auf und stelle fest, dass es regnet. Nun, der Wetterbericht sagt einigermassen gutes Töffwetter voraus, so da ich nach Feuerthalen losfahre und kurz vor neun Uhr eintreffe. Wolfgang, Eddie, André und Mario sind auch da, sowie drei Gäste aus Hemmental. Nach einer kurzen Erklärung der Tour konnten wir pünktlich losfahren. Schon nach kurzer Zeit trocknete die Strasse ab und wir konnten unser gewohnt zügiges Tempo fahren. Dem Rhein entlang nach Zurzach, bei Untersiggenthal am Paul-Scherrer-Institut vorbei und ab über die Grüeneggstrasse mit den unzähligen Kurven im Rebberg nach Mönthal runter. Weiter ging es nach Effingen und die etwas enge Strasse über den Kienberg nach Eptingen, rauf zum Chilchzimmersattel. Langsam wurde es Zeit fürs Mittagessen und wir gelangten via Scheltenpass zum Restaurant Stirenberg, wo wir eine zünftige Rast machten. Satt und zufrieden fuhren wir Richtung Delémont weiter. Eigentliche wollte ich über den Weissenstein doch oha, die ohnehin steile und kurvenreiche Strasse wurde für jeglichen Verkehr geschlossen, was äusserst Schade war. Somit blieb uns die tolle Aussicht leider vergönnt. Weiter ging es nach Balsthal und Oensingen. Im Cafe Knaus in Oensingen gab es Kaffee, leckeren Kuchen oder nach Wunsch auch feine Glacé. Heimwärts fuhren wir via Olten nach Trimbach über den Hauenstein, Bötzberg und wieder dem Rhein entlang nach Schaffhausen. Im Restaurant Schützenhaus haben wir dann alle gemeinsam ein feines Nachtessen genossen und den schönen Tag ausklingen lassen. Trotz dem nicht gerade tollsten Wetter ging eine wunderbare, aber auch anstrengende Töfftour zu Ende. Herzlichen Dank an alle, mit denen ich den tollen Tag geniessen durfte.

Sommertour franz. Jura vom 01.09.2017 bis 03.09.2017

Vielleicht ist es jetzt soweit, dass man nur noch auf eine Dreitagestour geht, wenn die Wetterprognose ein stabiles Hoch für die nächsten sieben Tage voraussagt. Vielleicht ist es auch das Alter. Vielleicht ist es aber genau das das Geheimnis des MCH, dass jeder nur dann auf eine Tour geht, wenn er Lust dazu hat. Ich finde das OK so.

Für mich war es klar, ich gehe auf die Tour, auch wenn ich alleine fahren muss. André hat das genau so gesehen und Ronit hat sich schliesslich auch dazu entschlossen, mitzufahren. Also sind wir am Freitagmorgen bei trockenem Wetter zu dritt losgefahren. Wolfgang kam auch noch kurz zum Treffpunkt, er wäre gerne mitgefahren, hatte aber bei einer anderen Veranstaltung schon zugesagt. Als er unsere abfahrbereiten Töffs gesehen hat, wurmte es ihn dann aber doch. Weisst du was, sagte er, ich komme am Samstagabend zu euch. «Dann sind wir aber am weitest entfernten Punkt» gebe ich zur Antwort. Egal, ich komme.

Wir fuhren über den Randen, in Beggingen war die Strasse bereits trocken. Ab und zu nieselte es ein wenig aus den Wolken, deshalb haben wir uns kurz vor Koblenz sicherheitshalber doch ins Regenkombi gezwängt. Je weiter nach Westen wir kamen, desto schöner wurde das Wetter. Beim Mittagessen in St. Hyppolyte hat sich die Sonne dann definitiv durchgesetzt.

Nach einem wunderbaren Mittagessen im Hotel Restaurant Bellevue fuhren wir auf der geplanten Route der Dessoubre entlang, herrlich kurvige Strässchen, Sonne, wenig Verkehr, was will man mehr! Auch ohne Navi fand ich die geplanten Strässchen zumindest fast immer. Egal, fuhren wir halt mal 20 km länger auf der Route National, in Ornan waren wir wieder auf Kurs. Nach weiteren kurvigen 30 km hatten wir das Tagesziel erreicht. Quingey geschrieben aber natürlich sagt man ganz anders, nämlich «Gääschi». Ein kleines Hotel der Kategorie «Logis de France», direkt am Fluss gelegen hatte ich mir vorgemerkt und es hatte auch Platz. Einfach, wenn man nur zwei Zimmer braucht. Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen haben wir uns ernsthaft überlegt, ob wir schwimmen gehen sollen. Ronit war sofort dafür, André und ich zog es eher Richtung Gartenbeiz. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend in diesem kleinen Städtchen, mit dem obligatorischen Absacker vor dem schlafen gehen.

Am Samstag war die Abfahrt auf 9:15 Uhr festgelegt, also genügend Zeit für ein gemütliches Frühstück. Der Himmel war nun nicht mehr blau, aber zum Glück regnete es auch nicht. Wir fuhren mehr oder weniger Richtung Süden, auf meist kleinen, kurvigen Strässchen nach Salins les Bain – Champagnole – St.Laurent bis St. Claude, wo es Zeit für die Kaffeepause war. Nun begann es leicht zu nieseln, also zogen wir nach längerem hin und her das Regenkombi an. Die Strasse war nun abwechselnd nass und trocken, mal «fiserläte» es ein bisschen, mal schien die Sonne. In Montreal la Cluse war es wieder mal Zeit zum Tanken und auch der Hunger war langsam spürbar. Das Kaff sah aber etwas heruntergekommen aus. Ronit fragte jemanden an der Tankstelle, wo man denn hier essen könne. Ein paar Kilometer ausserhalb, Richtung Nantua, war die Auskunft. Das lag aber nicht an der geplanten Route. Und ich dachte mir, wir nehmen einfach ein Restaurant im nächsten Ort. Das war leider die falsche Entscheidung! Auf den nächsten 45 km gab es nämlich nicht eine einzige Beiz. Obwohl die Strasse herrlich zu fahren war, hatte ich mit jedem Kilometer mehr nur noch das Essen im Kopf. Und wenn ich richtig hungrig bin, werde ich hässig. Um 13:15 Uhr in Artemar endlich ein Restaurant und erst noch eine Pizzeria. Also rasch parkieren, raus aus den Kombis und rein in die Beiz. «Nein, nach 13 Uhr ist die Küche geschlossen» war der Kommentar. Scheisse. Na dann halt Sandwiches oder Toast. Nein, die Küche ist geschlossen, es gibt auch keine Sandwiches, aber gleich um die Ecke sei ein Supermarkt, dort könnten wir ja etwas kaufen. Am liebsten wäre ich diesem A*** an die Gurgel gegangen. Also Helm auf und zum Supermarkt. Dort haben wir uns dann mit mehr oder weniger geniessbarem Essen und Trinken eingedeckt und auf dem Parkplatz stehend gegessen. Vive la France! Jetzt begann es auch noch zu regnen, aber zum Glück waren wir unter dem Dach. Der Regen war in ein paar Minuten vorbei und wir fuhren frisch gestärkt weiter. Etwas nördlich vom Lac du Bourget änderten wir die Fahrtrichtung nach Osten Richtung Lac d’Annecy. Am See entlang war das Verkehrsaufkommen beträchtlich und das Vorwärtskommen mühsam. Noch ein letzter Pass, den Col du Marais und wir hatten unser Tagesziel erreicht. Da es nun doch etwas stärker zu regnen begonnen hatte, beschlossen wir in Thones zu bleiben. Auf dem Tourist-Office bekamen wir die Adresse eines Hotels mit freien Zimmern, was offenbar gar nicht so einfach war, waren doch wegen eines Food-Festivals die meisten Hotels ausgebucht. Wir waren gut gelandet, Töff in der Garage, dann eine heisse Dusche und die Welt war in Ordnung. Dann haben wir Wolfgang die genauen Koordinaten durchgegeben, falls dieser verrückte Kerl doch noch kommen sollte.

Nach dem Apéro-Bier an der Bar spazierten wir etwas durchs Städtchen auf der Suche nach einem passenden Restaurant. Eine winzig kleine Pizzeria hat uns überzeugt. Die Pizzen waren köstlich und der Wein schmeckte gut. Etwas müde spazierten wir zurück zum Hotel. Da wir eh auf Wolfgang warten wollten, kam uns der freie Billardtisch gerade recht. Wir machten noch Wetten, wann wohl Wolfgang kommen würde. Ich lag jedenfalls falsch, denn genau in diesem Augenblick hörten wir eine Ducati bollern. André hat schnell ein zweites Bier besorgt und wir hiessen Wolfgang willkommen. Ronit und ich haben uns bald verabschiedet, die zwei Jungs haben wohl noch ein paar Gläser Rotwein vernichtet.

Sonntagmorgen 8 Uhr, blauer Himmel. Nach einem feinen Frühstück waren wir Punkt 9 Uhr abfahrtbereit. Ich zog mir die Regenhose an, nicht wegen des Wetters aber es war ganz schön frisch. Kein Problem für die mit Griffheizung, dumm nur, wenn sie nur im Sommer funktioniert… gell Wolfgang. Von Thones aus fuhren wir über den Col de la Croix Frey nach Clusaz. Das Strässchen war sehr, sehr schmal und von den scheinbar starken Regenfällen in der Nacht zum Teil stark mit Kies verschwemmt. Auch wurde es recht frisch und auf den Anhöhen sah man einen Hauch Neuschnee. Weiter über den uns wohlbekannten Grand Bornand und Col de la Colombière nach Cluses. Beim Kaffeehalt kam es fast zum Streit wer bezahlen darf. Ob es vielleicht an der netten Bedienung lag? Von Cluses bis La Biot ging es rasch voran bis Abondance wo wir in der Gartenbeiz bei herrlichen Sonnenschein das Mittagessen einnahmen. Da ging es dann allerdings nicht mehr schnell. Es lag wohl weniger an der Bedienung oder der Küche, vielmehr sass im Restaurant vor dem Buffet die uralte Chefin im Rollstuhl und überprüfte jede Bestellung und alles, was die Küche verliess. Auch die Rechnung durfte scheinbar nur die alte Hexe machen. Endlich konnten wir wieder los, lagen doch noch einige Kilometer vor uns.

Kurz nach Chatel überquerten wir die Grenze. Jetzt hiess es wieder ein Auge auf dem Tacho, das andere hält nach Radarfallen Ausschau. Noch ein paar herrliche Kurven mit angezogener Handbremse bis Monthey, dann begann die obligate Rückreise via Autobahn. Bis Bern kamen wir flott voran, dann ging das mühsame Kolonnenfahren los. Wir waren froh, konnten wir kurz nach dem Bareggtunnel die Autobahn verlassen. Die letzten Kilometer über Wettingen, Siglistorf, Kaiserstuhl, Eglisau bis Hemmental haben dann nochmals richtig Spass gemacht. Im Restaurant Frieden gönnten wir uns noch ein Abschlussbierchen.

Es war eine wirklich schöne Sommertour mit viel Sonne und kaum Regen. Schade dass nicht mehr gekommen sind.

Tagestour Zürcher Oberland vom 01.10.2017

Eine Woche vor der Tagestour vom 1. Oktober meldete der Wetterdienst nichts Erfreuliches. Jeden Tag, den der Anlass näher rückte, wurden die Prognosen jedoch besser. Schon im Vorfeld erhielt ich Absagen von Christoph, Ronit und Mario. Teri und ich warteten am Tag der Tour an der BP-Tankstelle in Andelfingen gut 20 Minuten. Leider wollte sich bei diesem wunderschönen Herbsttag niemand mehr zu uns gesellen. So fuhren wir dann die geplante Runde ab und legten eine Pause im Restaurant Hochwacht auf dem Pfannenstiel mit wundervollem Blick auf den Zürichsee ein. Nach gut einer Stunde Fahrzeit war dann Mittagspause auf dem Bachtel angesagt – wiederum mit perfekter Weitsicht. Über kurvenreiche, kleine und unbekannte Strassen fuhren wir von da wieder in die Heimat zurück.

Man könnte meinen, dass einige im MCH nur auf den Pokal aus sind; haben doch manche fünf Punkte Vorsprung von der Sommertour her und somit ein schönes Polster, womit sie in der Rangliste nicht mehr eingeholt werden können…

Schlusstour Pässetour (4) vom 29.10.2017

Es war wie verhext, aber auch diesmal spielte uns das Wetter wieder einen Streich und ausgerechnet für Sonntag standen die Wetteraussichten wiedermal auf Regen. Der Gedanke an ein kurzfristiges Vorverlegen der Tour auf Samstag erwies sich als schwierig, da nicht alle WhatsApp benutzen und viele diesen Tag auch schon anderweitig verplant haben. Der Originalplan wäre eigentlich eine 5-Pässe-Tour gewesen, aber da eben das Wetter nicht mitspielte und auch die meisten Pässe bereits gesperrt waren, musste die Route kurzfristig geändert werden und ich entschied Richtung Donautal zu fahren. So blieb es also trotz widrigen Bedingungen und nicht ganz korrekter Richtung beim angekündigten Treffpunkt um 8:00 Uhr an der BP-Tankstelle in Andelfingen.

Der Tag ging schon richtig super los: Nachdem ich ziemlich spät aufgewacht bin und somit etwas in Zeitnot war. Als ich endlich losfuhr, bemerkte ich, dass die Stassen beängstigend leer waren, was allerdings auch logisch war - wer geht am Sonntagmorgen um diese Uhrzeit und so einem Wetter schon freiwillig aus dem Haus? Bereits nach der Auffahrt auf die A4 begann es leicht zu regnen. Auch die A4 wirkte wie ausgestorben, niemand war unterwegs. Es war saukalt, dunkel, neblig, der Regen wurde auch immer stärker und ich fühlte mich schon fast wie von der ganzen Welt verlassen, aber irgendwie war es auch ein seltsam schönes Gefühl so alleine auf den Strassen. Um pünktlich und noch einigermassen trocken am Treffpunkt anzukommen, gab ich dann halt einfach etwas mehr Gas. Völlig in einer Art Endzeitgedanken versunken schwebte ich da so vor mich hin und dann – Pofff…, ein greller roter Blitz riss mich plötzlich jäh aus meinen Träumen. Ein verschwommener Blick auf den Tacho zeigte 130 oder sowas und da war ich dann ganz schnell hellwach und dachte nur «Sch…..»! Endlich an der BP angekommen, schnell getankt und da kam auch schon André angefahren. Bei einem Blick auf das Handy sah ich eine Nachricht von Christoph, dass er auch unterwegs sei, aber sich etwas verspätet. Das gab uns Zeit für einen kurzen Kaffee, den ich dringend benötigte. Nicht viel später kam dann auch Christoph an.

Wir warteten noch einige Minuten für den Fall, dass noch jemand auftaucht, mussten jedoch feststellen, dass es wohl ausser uns Drei keine harten Biker mehr gibt, offensichtlich nur noch Schönwetterfahrer… Also fuhren wir trotz allem bestens gelaunt los, zurück nach Schaffhausen, wo der Regen wieder nachgelassen hatte. Dann über Opfertshofen – Büsslingen – Blumenfeld – Weil – Welschingen nach Engen. Von dort über Lemmingen nach Tuttlingen. Auf dem Weg hierher fing mittlerweile der Regen wieder stärker an und wir entschieden, die Regenkleidung anzulegen.

Von Tuttlingen fuhren wir dann weiter über Rietheim – Dürkheim hoch nach Mahlstetten und die Serpentinen runter nach Mühlheim an der Donau. Von dort über Kolbingen ins Bärental. Dort war es dann höchste Zeit für eine Kaffeepause, was sich aber als etwas schwierig herausstellte, da die wenigen Beizen, die wir fanden, alle geschlossen waren. Selbst ein paar Tipps von Einheimischen stellten sich als unzureichend dar. So fuhren wir weiter den Hüttenberg hoch und auf dem Hochplateau unmittelbar neben der Wallfahrtskapelle Chapel - Maria Mutter Europas, fanden wir tatsächlich ein sehr ansprechendes Kaffee mitten im Nirgendwo. Die freundlichen Mitarbeiter des Café Kapellenblick hiessen uns herzlich willkommen, obwohl das Café scheinbar noch geschlossen war. Bei gutem Kaffee und hausgemachtem Kuchen konnten wir uns aufwärmen und überlegten, wie weit wir noch fahren. Einstimmig beschlossen wir, die Tour abzukürzen und langsam wieder Richtung Heimat zu fahren.

So fuhren wir noch weiter nordwestlich über Schwenningen, Heuberg bis Stetten am (sprichwörtlich) kalten Markt. Dort bogen wir dann ab Richtung Süden bis nach Thiergarten. Dann folgten wir westlich der Donau entlang über Neigungen, Hausen im Tal nach Beuron. Hier wieder südlich Richtung Buchheim, Worndorf, Schwand, Holzach. Mittlerweile machten sich Hungergefühle breit, aber wieder erwies sich die Suche nach einer vernünftigen Kneipe als nicht so ganz einfach – gab einfach keine.

Kurz vor Heudorf bogen wir dann auf die B14 Richtung Stockach ab. In Zitzenhausen sahen wir dann endlich im Vorbeifahren ein Restaurant Hirschen, welches zuerst sehr vielversprechend aussah. Also schnell umdrehen und Töff einparken. Christoph hatte beim Einparken erhebliche Schwierigkeiten, sein Töff über den Bordstein zu bringen. Deutliche Symptome von Nahrung- und Getränkemangel plus Unterkühlung und Durchnässung, und so fiel er und seine Yamaha dabei einfach um. Zum Glück nix passiert und wir schleppten uns mit letzter Kraft in die Kneipe. Nachdem wir unsere Regenklamotten abgelegt und einen Platz gefunden hatten, kam auch irgendwann mal eine Bedienung, um unsere Bestellung aufzunehmen. Die Getränke wurden relativ zügig serviert und dann das lange Warten auf das Essen. Im Restaurant war nicht wirklich viel los, aber es gab wohl eine geschlossene Gesellschaft im Nebenraum. Also weiter warten. Getränke waren bereits leer und immer noch nix zu essen. Nach gefühlten 1½ Stunden beschliessen wir ohne zu essen zu gehen – kompletter Reinfall.

Wir beschlossen nun auf dem direkten Weg heim zu fahren. Es war zwar nass und kalt und mit der Gastronomie unterwegs hats auch nicht wirklich geklappt, aber trotzdem eine schöne und interessante Tour von immerhin rund 240 km.

Dart spielen vom 11.11.2017

Der Start war für 19 Uhr geplant. Ich traf mich schon 18.45 Uhr mit Sachsen-Michi, den ich lange nicht mehr gesehen hatte und der mit mir einige Lebensnews austauschen wollte. Schnell wurde es Sieben und es war noch niemand zu sehen. Dann kam André hereinspaziert und wir verweilten an der Bar. Erst dachte ich, das wird heute eine kleine Runde. Doch dann kam plötzlich einer nach dem anderen. Der Dart-Raum ist etwas erhöht und bietet zwei Teams Platz, wovon 1 Team nur vier Teilnehmer haben darf. Ronit, Christoph, Karl und Michael bildeten das kleinere Team. André, Sachsen-Michi, Karin, Mario, Eddie, Romy und Marcel bildeten das grössere Team. Nicht lange gewartet, legten wir gemeinsam los und versuchten unser Glück mit den Pfeilen. Später kam noch Harry hinzu, der sich zum kleinen Team gesellte – wir wechselten uns danach ab. Die Stimmung war prächtig, eine Runde nach der anderen wurde gespielt und so wurde es ganz schnell Mitternacht. Die einen gingen nachhause und der kleine, harte Kern noch auf einen Schlummi.

Casinobesuch, SH vom 13.01.2018

Alea iacta est «Die Würfel sind gefallen (Julius Cäsar)»! Am 13. Januar 2018 haben wir unser Glück im Spielcasino Schaffhausen versucht. Am Eingang mussten wir alle unsere Identitätskarte abgeben. Ohne Überprüfung kommt da Niemand herein; keine Ausnahme möglich. Dann hat uns eine nette Dame empfangen und uns in den Spielbereich begleitet. Während einem reichhaltigen Apéro erzählte sie uns auch die Geschichte über das Casino und auch über Umsatz usw. hat sie uns informiert. Im Casino werden jährlich etwa 10 Millionen Franken umgesetzt. Nach dem gemütlichen Apéro gab es noch eine Führung durch das Casino. So, aber jetzt geht’s los! Auf zum Spielen. Zuerst Kurs am Roulette-Tisch. Eine sehr aufgestellte Dame hat uns instruiert. Danach Einführung am Blackjack-Tisch. Man hat sich schön Zeit für uns genommen. Ab 22 Uhr mussten wir dann unser eigenes Geld einsetzen. Jetzt kann man gewinnen oder verlieren. Es war schon aufregend und hat glaub allen Spass gemacht. Zwischendurch konnte man an der Bar die Kehle wieder anfeuchten. Es war ein gelungener Abend und so hatte man mal einen Einblick in ein Casino.

Berufsfeuerwehr & Rettungsdienst, Flughafen ZH vom 24.02.2018

Bereits um 7 Uhr in der Früh trafen wir uns auf dem Gleis 2 des Bahnhofs Schaffhausen. Mit der S24 fuhren wir via Winterthur zum Flughafen Kloten, wo wir fahrplanmässig um kurz nach 8 Uhr eintrafen. Beim Treffpunkt neben der Ankunft 2 erwartete uns bereits Herr Peter Rychener; ein Pensionist, der jahrzehntelang auf dem Flughafen Zürich gearbeitet hat. Nach kurzer Begrüssung händigte uns Herr Rychener je einen Badge sowie eine Leuchtweste aus. Anfangs nahmen wir denselben Weg via Passkontrolle und Security-Check wie alle anderen Reisenden. Nach dem Security-Check mussten wir ein paar hundert Meter zu Fuss gehen, wo wir dann mit einem Extra-Bus zum Feuerwehr-Stützpunkt gefahren wurden. Nach der Begrüssung durch den Chef wurden wir auf zwei Gruppen aufgeteilt. Beiden Gruppen wurden in jeweils anderer Reihenfolge das Gebäude mit separater Turnhalle und Fitness-Raum gezeigt, anschliessend die grosse Garage mit den x Fahrzeugen gezeigt. Im Anschluss stiegen wir noch im Turm hoch und genossen die Aussicht, während ein Airbus A380 der Singapur-Airline neben uns startete. Kurze Zeit später holte uns der Bus wieder ab und wir erhielten auf der Zuschauerterrasse noch ein paar weitere interessante Infos von Herrn Rychener, bevor er uns wieder an den Treffpunkt zurück begleitete. Kurz vor 12 Uhr nahmen wir den Zug zurück nach Schaffhausen.

Mondscheinbummel vom 03.03.2018 bis 04.03.2018

Es werden mir sicher alle anwesenden Teilnehmer recht geben, dass der Titel Mondscheinbummel für den diesjährigen Anlass nicht zutreffend ist. Erstens war der Mond hinter dicken Wolken versteckt und Bummel im Sinne von bummeln beim Laufen war es erst recht nicht. Deshalb habe ich mir erlaubt den Anlass für dieses Jahr umzubenennen, in Darknight-Tortour.

Pünktlich um 18:00 Uhr traf man sich auf dem Dorfplatz. Dass wir heute den Mond nicht sehen würden war nach einem Blick in den Himmel allen klar. Trotzdem stapfte man frohen Mutes los. Stapfte? Ja ihr habt richtig gehört oder wie nennt man das, wenn man durch den Schnee läuft? Zu diesem Zeitpunkt war der Schnee kein Grund zur Besorgnis, was sich später jedoch als Irrtum herausstellte.

Über die Staag – Stiersetzi – Lachen führte uns der Weg auf die Winkeläcker; der vermeintlichen Hälfte unserer Wanderung. Kaum dort angekommen bekundet Ronit, dass sie Blasen in ihren Töff-Stiefeln bekommen hat und unmöglich weiterlaufen könne. Die einen von euch werden sich nun fragen, was denn die gute Frau mit Töff-Stiefeln auf dem Randen an einer Mondsch..äh Darknight-Tortour macht. Zu Ronits Verteidigung muss ich allerdings sagen, dass ihre Überlegungen nachvollziehbar waren. Vermutlich hat Ronit vorher aus dem Fenster geschaut und gesehen, dass der Schnee höher liegt als Ihre Wanderschuhe hoch sind. Daher entschloss sie sich, die Töff-Stiefel anzuziehen, da diese wesentlich höher sind. Sicher haben die Töff-Stiefel schon mehrere Tausend Motorrad-Kilometer hinter sich, aber halt nur ein paar wenige Wander-Meter. Das zusammen mit dem mühsamen Schneestapfen hat unvermeidlich zu Blasen geführt.

Zum Glück leben wir im Zeitalter von Handy und 4x4-Fahrzeugen, kurzerhand hat man Michael Leu organisiert, um Ronit aus der misslichen Lage zu befreien. Damit sich die ganze Tour nicht verzögern möge, hat Christoph (ja Christoph) entschieden, dass die Gruppe samt ihm weiter laufen wird und Ronit alleine auf die Hilfe warten muss. Hut ab vor Ronit, das würde wohl nicht jede Frau machen; in dunkler kalter Nacht bei Nebel irgendwo im Wald ganz allein zu bleiben. Nun gut es ist ja alles gut gegangen; es kam kein Bär und auch kein Luchs vorbei und für Glüstler war es sowieso zu kalt.

Schon bald darauf bemerkte ich, dass mein Zeitplan infolge des Schnees nicht mehr aufging. Daher liess ich mich zu einem fatalen Entscheid hinreissen. Die Meinung, wenn wir nicht bis auf das Mösli hochlaufen, sondern unterhalb davon traversieren würden, wir eine halbe Stunde aufholen, erwies sich als sowas von falsch. Anstelle eine halbe Stunde zu sparen, hatten wir sogar noch eine halbe Stunde länger als wenn wir über das Mösli gelaufen wären. Wohlverstanden nicht im Bummeltempo, sondern im forschem Schritt.

Nun gut, nach 2 ¾ Stunden hatten wir es dann auch geschafft. Total entkräftet und müde kamen wir am Randen-Häuschen an. Halt genauso wie man nach einer Tortour ins Ziel kommt. Zum Glück hatte Nadja schon alles vorbereitet und nach einem kurzen Apéro brutzelten schon bald die Steaks auf dem Feuer. Nach einem feinen Essen und einem gemütlichen Abend mit anregenden Gesprächen machte man sich gegen halb zwei Uhr in der Früh auf den Heimweg. Und siehe da, als Belohnung für die Strapazen kam der Mond doch noch zum Vorschein. Aber für meinen Vorschlag, den Heimweg anstelle durch das Tal, über den Stock zu machen, damit man den Mond besser sehen würde, hatte dann aber keiner mehr Gehör.

Euer Fahrwart

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